16. November 2017 Film 1917 - Der wahre Oktober

Information

Veranstaltungsort

MegaMovies
Bleicherufer 7
19053 Schwerin

Zeit

16.11.2017, 19:30 - 21:30 Uhr

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1917 - Der wahre Oktober

1917 – DER WAHRE OKTOBER ist eine filmkünstlerische Neuerzählung der Russischen Revolution. Basierend auf Recherchen in teils bisher unbekanntem Quellmaterial, in Tagebüchern, Berichten und literarischen Werken ihrer Trickfilm-Protagonisten - Künstler wie Maxim Gorki und Kasimir Malewitsch - unternimmt die zweifache Grimme-Preisträgerin Katrin Rothe eine multiperspektivische Befragung dessen, was heute weithin als „Die Oktoberrevolution“ bekannt ist. Ein Novum: die russische Revolution mal nur aus der Sicht beteiligter Künstler.
Was geschah in Sankt Petersburg, damals Petrograd, in der Zeit zwischen den Aufständen im Februar, die den Zaren zur Abdankung zwangen, und der Machtübernahme der Bolschewisten im Oktober? In dieser Phase der Provisorischen Regierung, einer Doppelherrschaft des Parlaments Duma sowie den Arbeiter- und Soldatenräten, den Sowjets, versank Russland in Chaos und Anarchie. Mitten im fortdauernden Weltkrieg verblieb es ohne verbindliche Verfassung. Woran lag es, dass keine bürgerlich-parlamentarische Demokratie gebildet wurde? Wie veränderte die Rückkehr Lenins und Trotzkis die Lage im Frühjahr? Auf welchen Seiten stand wann und wofür wie viel Militär oder anderweitige Waffengewalt?
Erstmalig beleuchtet 1917 – DER WAHRE OKTOBER das historische Sujet anhand entsprechender Künstlerbiografien – und verhandelt somit zugleich übergeordnete, zeitlos relevante kulturgeschichtliche und -theoretische Aspekte: Welche Rolle spielen Kunst und Künstler, welche können sie spielen in Umbrüchen, Aufbrüchen, Umwälzungen bestehender Gesellschaftssysteme? Wo und wie treiben sie, mit ihren Gestaltungen, Ideen, Visionen, aber auch erklärend, propagierend, zweifelnd, selbst die Ereignisse voran? Setzen sie sich für den Erhalt kulturellen und künstlerischen Erbes ein? Oder für Erneuerungsprozesse durch Zerschlagung des Alten? Was sind dabei ihre Spielräume? Wie steht es um die Kunst, wenn das blanke Leben in Gefahr ist? In welchen Verhältnissen standen und stehen Künstler zu politischen Gefügen, zu Staats- und Finanzmächtigen? Kann Kunst je tatsächlich demokratisch sein? Ist künstlerische Autonomie oder kollektive Selbstverwaltung möglich? Wie? Im Film beantwortet das Handeln und Denken der Protagonisten diese Fragen unterschiedlich. Jeder der Künstler nimmt anders wahr was geschieht, verarbeitet es individuell in seinen Reflexionen und Werken, im Alltag und politischen Einsatz, und gibt es dadurch in sein Umfeld zurück, wo es weiterwirkt. Im Konkreten des russischen Revolutionsjahrs zeigt sich Kulturgeschichte exemplarisch als eine Summe von historischen Umständen, Ereignissen und persönlichen Schicksalen.

Der Eintritt ist frei.

Die Regisseurin Katrin Rothe, Regisseurin dieses Films ist zweifache Grimme-Preisträgerin.

Gemeinsame Veranstaltung mit der Osteuropa Freundschaftsgesellschaft Schwerin

 

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