26. Mai 2018 Lesung/Gespräch Offensiv, autonom, militant – wie die Antifa entstand

Lesung mit Bernd Langer

Information

Veranstaltungsort

Tiko Zigalpa
Dr.-Leber-Str.
23966 Wismar

Zeit

26.05.2018, 16:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte, Ungleichheit / Soziale Kämpfe

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„Schwerste Krawalle in Frankfurt" titelten die Medien nach dem 17. Juni 1978. Militante hatten aus einer Antifa-Demonstration Polizeiabsperrungen vor dem Rathaus angegriffen, um das NPD-„Deutschlandtreffen" zu verhindern. 1979 und 1980 folgten die „Rock gegen Rechts"-Konzerte mit mehr als 40 000 Menschen. Die NPD gab ihr Treffen danach auf. In der BRD entstand zu dieser Zeit eine neue antifaschistische Bewegung. Eine führende Rolle spielten bald Autonome, von denen einige versuchten, den Widerstand zu koordinieren. Sie propagierten einen Antifaschismus, den sie als Kampf gegen das „imperialistische System" verstanden. Legendäre Straßenschlachten wie am 1.10.1983 in Fallingbostel oder die Unruhen nach dem Tod von Günter Sare am 28.9.1985 in Frankfurt am Main, Kommando-Militanz und Bündnisaktionen gehörten zu den Konzepten, die schließlich in der heutigen Antifa-Bewegung mündeten. Eine detaillierte Beschreibung dieser Entwicklung und eine Analyse der Ansätze von damals bis heute.

Bernd Langer, geboren 1960 in Bad Lauterberg im Harz, ist seit 1977 mit der Antifa Bewegung verbunden. In diesem Zusammenhang war er an der Norddeutschen Antifa-Koordination beteiligt und seit Ende der 1980er Jahre maßgeblicher Initiator für die Entwicklung autonomer Bündnispolitik mit etablierten politischen Organisationen wie Gewerkschaften, den Grünen etc. in Göttingen. Er war Mitbegründer der Autonomen Antifa (M) bzw. der AA/BO (Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation) und der kulturpolitischen Initiative Kunst und Kampf (KuK), bekannt für ihre Plakate, Bilder und Agitpropaktionen. Darüber hinaus publizierte er zahlreiche Artikel und Bücher zum Thema Antifaschismus und revolutionäre Geschichte.

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