15. Oktober 2020 Buchvorstellung Der Gestapo entkommen, in die Fänge Stalinscher Repression geraten.

Antifaschismus gemeinnütziger denn je

Information

Veranstaltungsort

St. Spiritus
Lange Str. 49/51
17489 Greifswald

Zeit

15.10.2020, 19:00 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus

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Andrej Reder stellt sein Buch „Dienstreise Leben und Leiden meiner Eltern in der Sowjetunion 1935 bis 1955“ vor. Angeregt durch die mahnenden Worte seiner bereits schwer erkrankten Mutter: „Schreibt solange Ihr könnt“, hat er das tragische Schicksal von Vater und Mutter vor allem an Hand von Briefen seines Vaters aus GULAG-Lagern, aus offiziellen Dokumenten und aus persönlichen Erinnerungen nachvollzogen.
Ebenso schildert der Autor den Kampf seiner Eltern vor und nach dem Krieg um die Wiedererlangung ihrer Würde in Freiheit. Er geht der Frage „wie alles geschehen konnte“ und der nach „verordnetem Schweigen“ der Eltern nach. Die Ablehnung jedweder Gewalt gegenüber Mensch und Natur trieb ihn an, zum begangenen Unrecht in seinem Geburtsland Position zu beziehen. Nicht minder besorgt zeigt er sich angesichts der gegenwärtigen neofaschistischen Umtriebe, die ihn an folgenschwere Entwicklungen erinnern, mit denen die Generation seiner Eltern konfrontiert war. A. Reder ist Mitglied des Arbeitskreises Frieden der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten und verurteilt die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA durch die Berliner Finanzbehörde.

Andrej Reder, 1936 in Moskau als Sohn deutscher jüdischer, kommunistischer Emigranten geboren, 1941 Evakuierung mit seiner Mutter nach Kasachstan, 1948 Übersiedlung mit ihr nach Berlin, 1956 Abitur an der Arbeiter- und Bauernfakultät in Halle, anschließend Studium am Moskauer Institut für Internationale Beziehungen mit dem Abschluss als Diplomstaatswissenschaftler. Ab 1963 Tätigkeit im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, anschließend politischer Mitarbeiter in der Abteilung Internationale Verbindungen im ZK der SED. 1991 bis 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der PDS-Bundestagsgruppe in Bonn. - 2015 Publikation: „Dienstreise Leben und Leiden meiner Eltern in der Sowjetunion 1935 bis 1955“, in der der Autor den Leser an seinem Erkenntnisweg teilhaben lässt und sich gegen jegliche Instrumentalisierung ihres Schicksals verwehrt.

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Katharina Schlaack

Regionalbüroleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern

Telefon: +49 381 4900450